2011 Aachener Zeitung

2011 Sacred & Profane an der Chorbiennale Aachen

 

Auftaktkonzerte begeistert gefeiert...

Zwei Chöre unterschiedlichen Charakters und unterschiedlicher Zielsetzung waren am Abend darauf in der Kirche St. Paul zu erleben. Hans Leenders, der Leiter des Madrigalchors, der mit dem fünfköpfigen Instrumentalensemble Agimont aus Maastricht Chorsätze von Henry Purcell vortrug, setzt auf makellose Klangschönheit, weniger auf zupackende, fesselnde Espressivität. Die bot das Collegium Vocale zu Franziskanern Luzern, ungemein suggestiv geführt von Ulrike Grosch, umso mehr. Kodaly, Vaughan Williams, Purcell und als Krönung des Abends Benjamin Brittens Zyklus «Sacred and Profane, Eight Medieval Lyrics op. 91» erklangen in einer Intensität, Klangpracht und intonationstechnischer Souveränität, die das Publikum am Ende zu Standing Ovations hinriss.

Vor allem der aus dem Todesjahr Brittens stammende Zyklus, dessen freitonale Linien höchste Ansprüche an das Können eines a-cappella-Ensembles stellen, wurde in einer Ausdrucksfülle und gestalterischer Differenzierung Ereignis, das dem Hörer noch lange nachhallte. Ohne zwei Zugaben ging es denn auch nicht ab. Am Ende vereinigten sich beide Chöre zu einem klangprächtigen Finale.